Prozesssicher abstechen in VA mit dem System 222

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Einschneidend Von  Maxime Mader veröffentlicht am  25/10/2022
Prozesssicher abstechen in VA mit dem System 222

Als letzter Schritt ist das Abstechen oft der Knackpunkt im Zerspanungsprozess: Wenn sich jetzt Späne verklemmen, die Schneide bricht und das Bauteil beschädigt wird, war die ganze Arbeit umsonst. Maximale Prozesssicherheit bietet Gühring mit dem Ein- und Abstechprogramm „System 222“. Dieses Stechprogramm bietet Klemmhalter mit Innenkühlung und hochwertige Pressed-to-Size-Schneidplatten – und wird nun erweitert: Neben Wendeschneidplatten für Stahlwerkstoffe umfasst es ab sofort auch eine Sorte zum Abstechen von VA-Werkstoffen in der Breite 3 mm. Mit zwei Schneiden und 22 mm Länge eignet sich die neue Wendeschneidplatte optimal zum Abstechen der gängigsten Stangendurchmesser.

Hohe Nachfrage nach VA

In vielen Produktionen findet sich eine Werkstoff-Mischung aus Stahl und VA-Werkstoffen. Gerade bei Letzteren stieg die Nachfrage in den vergangenen Jahren: Egal ob Medizintechnik, Automotive oder allgemeiner Maschinenbau – branchenübergreifend setzen Zerspaner zunehmend auf rostfreie und schwerzerspanbare Werkstoffe. Doch weil diese Materialien zu langen Spänen und Aufschmierungen neigen, sind sie anspruchsvoll in der Bearbeitung. Umso wichtiger ist es, eine Stechplatte zu verwenden, deren Geometrie, Schneidstoff und Beschichtung speziell für diese Anwendung optimiert wurde. Nach dem erfolgreichen Marktstart der 3-mm-Wendeschneidplatte für die Stahlbearbeitung erhielt Gühring deshalb von Kundenseite häufig die Anfrage: Wann kommt eine Schneidplatte zum Abstechen für die VA-Bearbeitung? Dieser Anforderung ist der Werkzeughersteller aus Albstadt jetzt nachgekommen. Die Entwickler bei Gühring haben dabei größtmöglichen Wert auf das Zusammenspiel von Spanformer, Hartmetallsorte, Beschichtung und Schneidkantenausführung gelegt. Das Resultat kann sich sehen lassen.

Spanformer für optimale Spankontrolle

Bei der Entwicklung der neuen VA-Wendeplatte haben sich die Gühring-Experten intensiv mit dem Thema Spanbruch beschäftigt. Es entstand eine Platte mit äußerst effektivem Spanformer. Denn „Prozesssicherheit ist gleich Spanbruch und Spanbruch ist gleich Prozesssicherheit“, erklärt Marco Bücheler, Produktmanager für Stechwerkzeuge bei Gühring. Ein Spanformer beim Ein- und Abstechen leistet Schwerstarbeit: Er schnürt den Span ein, denn der Span muss schmaler werden als die Stechbreite, er bringt den Span zum Rollen und schließlich bricht er den Span. Das Ergebnis sind eine sichere Spanabfuhr und gute Oberflächengüten.

Für die sichere Spanabfuhr ist auch eine zielgerichtete Kühlschmierstoffzufuhr zu empfehlen. Diese reduziert außerdem die Temperaturen bei der Bearbeitung, hält den Wendeschneidplattenverschleiß gering und verbessert die Oberflächengüte. Die Klemmhalter im System 222 verfügen über eine Innenkühlung für eine Kühlmittelzufuhr direkt auf die Freifläche. Ein zweiter, innenliegender Kühlkanal übernimmt die direkte Kühlung der Spanfläche. Der Anschluss für die Innenkühlung erfolgt schlauchlos in der Auflagefläche. Abgesehen von der Kühlung sorgt auch die vernickelte Oberfläche der Schneidplatte (TiAIN-nanoA-Beschichtung) für einen optimalen Verschleißschutz.

Kostenersparnis bei Feldversuchen

Die perfekte Kombination aus Geometrie, Schneidstoff und Beschichtung ist das Ergebnis zahlreicher Tests im Gühring-Versuchsfeld. Anschließend wurde eine Vorserie produziert und gemeinsam mit Gühring-Kunden in Feldversuchen erprobt. Das Ergebnis: Die Rückmeldungen der Kunden waren durchweg positiv. Weil sämtliche Werkzeuge der Wettbewerber übertroffen werden konnten, stellten die Kunden ihre Abstech-Anwendungen langfristig auf das neue Gühring-Werkzeug um.

So konnte zum Beispiel bei einer Bearbeitung in rostfreiem Stahl (1.4104) dank der neuen Schneidplatte der Vorschub von 0,06 mm auf 0,08 mm erhöht werden. Bei gleicher Schnittgeschwindigkeit führte das bereits zu einer stattlichen Reduzierung der Bearbeitungszeit. So kann bei der vorliegenden Serie von 15.000 Bauteilen von einer Zeiteinsparung von mehr als fünf Stunden die Rede sein. Auch in Sachen Standzeit liegt die Gühring-Platte vorne. Trotz des signifikant höheren Vorschubs schaffte die Gühring-Platte außerdem 40 Prozent mehr Abstiche als das Produkt des Wettbewerbers.

„Wir haben hier ein technisch einwandfreies Produkt“, lautet das Fazit von Marco Bücheler. „Unsere Feldversuche haben gezeigt, dass wir mit dieser Platte in einem breiten Spektrum der VA-Werkstoffe gut performen und wettbewerbsfähig sind.“

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Maxime Mader

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